Computer

Im Zusammenhang mit Computerförderung wird oft von Lernprogrammen gesprochen, die von Boulevardillustrierten bereits als Ablösung des herkömmlichen Schulsystems gefeiert wurden. Fälschlicherweise werden dabei jedoch Lernspiele (wie z.B. Sim City) als Lernprogramme hochstilisiert. Eine Aufgliederung der zahlreichen "Lernprogramme" ist daher unumgänglich.

Lernspiele haben die Unterhaltung und den Zeitvertreib des Anwenders, mit bedarfsgerechter Animation (also Sound, Grafik, Geschicklichkeit und Wettbewerb) zum wesentlichen Inhalt. Dabei muss der Benutzer um zu "gewinnen" oder um das Ziel zu erreichen, taktische, spielerische, sowie motorische Fähigkeiten anwenden und Kenntnisse erwerben und umsetzen. Diese können unter günstigen Bedingungen zum Teil auch auf "Umwelt" oder "Lernen" übertragen werden.

Lernprogramme unterstützen oder fördern den Anwender in gezielten Einzelschritten, einen Inhalt zu erfassen oder Kenntnisse zu vertiefen. Dabei verwendet das Programm bedürfnisorientierte Animation, ähnlich wie bei allen Computerspielen, um Aufmerksamkeit und Konzentration zu unterstützen.

Wettbewerbscharakter und Geschicklichkeit spielen dabei aber eine untergeordnete Rolle, da im Mittelpunkt die schrittweise Erweiterung der Fähigkeiten steht. Besonders geeignete und empfehlenswerte Lernprogramme arbeiten also nach ähnlich didaktisch/methodisch ausgearbeiteten Theorien wie z.B. der Pädagoge im Unterricht:

Lernprogramme werden z.T. auch nach ihrer spezifischen Anwendung unterteilt. So verwenden wir LRS - Lernprogramme für Deutsch, Mathematik und Englisch. Auf dem Markt sind zu fast allen Lehrfächern entsprechende Lernprogramme verfügbar und die Zahl der Softwareprogramme und Anbieter steigt täglich und ist für den einzelnen kaum noch überschaubar oder bewertbar.

Weiterhin gibt es Lexika, Nachschlagewerke oder Lernwerke und Vokabel- und Sprachentrainer.

In der Gründungsphase unserer LRS - Förderung haben wir das Glück gehabt, auf entsprechende wissenschaftliche Ausarbeitungen und Auswertungen über spezielle LRS - Lernprogramme dritter (z.B. der RWTH Aachen) zurückgreifen zu können. Im Laufe der Jahre haben wir uns zudem eine immer größer werdende Kompetenz erwerben können, so dass wir heute, nachdem wir ca. 50 Softwareprogramme getestet haben, über eine umfangreiche positive Sammlung von Programmen verfügen, die wir in unserer Förderung einsetzen.

Beim Testen kristallisierten sich geeignete, einsetzbare Programme heraus. Darüber hinaus bietet der Markt Programme, die durchaus positiv zu bewerten sind, dem Ziel unserer Förderung aber nicht entsprechen.

Durch diese relative Vielzahl der eingesetzten Programme lassen sich die unterschiedlichen Schwerpunkte und Zielsetzungen, Ausrichtungen und Bedürfnisorientierungen, die eine jede Softwarefirma setzt, so gezielt nutzen, dass alle Teilnehmer bedarfsgerecht , individuell und gezielt gefördert werden können.

Mit Hilfe des Computers und einer geeigneten Software ist Vermittlung und Vertiefung des Lehrstoffes eines jeden Kindes individuell und bedarfsorientiert möglich. Jedoch ist die Hilfe eines kompetenten und pädagogisch erfahrenen Begleiters, in der Regel des Lehrers, notwendige Voraussetzung.

PC und Software haben kein Eigenleben, sondern bedürfen der kontinuierlichen Unterstützung und Ergänzung.

Sie dürfen nicht losgelöst vom schulischen Unterricht oder schulischen Erfordernissen genutzt werden, sie dürfen nicht als Alleinunterhalter und Allein-Selig-Macher eingesetzt werden.

Lernsoftware ohne fachliche Anleitung und Begleitung führt oft zu gegenteiligen Folgen. Gezielt angeleitet und gut begleitet aber lernen die Kinder spielerisch und werden durch das Gefühl, den Computer zu beherrschen, positiv verstärkt. Das Gefühl, der Herausforderung "Computer" gewachsen zu sein, überträgt sich auch auf andere Lebensbereiche.